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13. März 2026 Gedenken an die Deportation der Münchner Sinti* und Rom*nja

Zuletzt aktualisiert am 13. März 2026

Veröffentlicht: 16.03.2026
13. März 2026 Gedenken an die Deportation der Münchner Sinti* und Rom*nja

144 Namen der von München aus deportierten Sinti* und Rom*nja wurden wenige Stunden zuvor am Platz der Opfer des Nationalsozialismus vorgelesen. Das Gesicht des 1930 geborenen Sinto Josef Maria Schneck, der 1944 ermordet wurde war allgegenwärtig.

Kurz vor 19 Uhr erklangen Gitarren, Kontrabass und die Geige des The Franz Ensemble (Gypsy Jazz). Sie empfingen die Besuchenden der abendlichen Gedenkveranstaltung Im NS-Dokumentationszentrum München. Prof. Dr. Mirjam Zadoff (Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München) sprach, dass erste Grußwort, Stadträtin Mona Fuchs (in Vertretung des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München) unterstrich die Bedeutsamkeit der heutigen Gedenkveranstaltung, ebenso Marcella Herzenberger in Vertetung für den Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern e.V.

Franz-Elias Schneck von Pro Sinti und Roma e.V. wurde auf Einladung der Landeshauptstadt Münchens auf dem Panel „Wir sprechen für die, die schweigen mussten“ eingeladen. Zusammen mit Marcella Herzenberger (Regionalverband Deutscher Sinti und Roma - Schwaben e.V.), Radoslav Ganev (Romanity e.V.) und Johann Mettbach (Madhouse München), diskutierten sie unter Leitung von der Moderatorin Özlem Sarikaya (Bayerischer Rundfunk).

Als Nachfahre der Familie aber auch als Sinto der communitybasierten Beratung durfte er die Bedeutsamkeit der Beratungsstelle vorstellen, an diese sich Sinti* und Rom*nja hinwenden können, um im Falle von Rassismus eine kostenlose Beratung einzuholen, ohne dass sie sich erklären müssen. Er unterstrich die Wichtigkeit, der parteilichen Beratungshaltung in eigener Sprache und machte darauf aufmerksam, dass zu oft von Ratsuchenden gezögert wird, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen, da Diskriminierung und Rassismus im alltäglichen Leben normalisiert wahrgenommen wird. Neben einem kurzen Exkurs der württembergischen Sinti-Familie Schneck, kamen auch andere Podium teilnehmende zu Wort. Johann Mettbach zeigte den Kurzfilm des Vereins Romanitys über seine Holocaust-Überlebende Großmutter und seiner Arbeit als Schul-Mediator. Radoslav Ganev wünscht sich einen stärkeren Einbezug von jungen Menschen in Erinnerungsveranstaltungen und sprach über die Erkenntnisse seiner 2025 erschienen Studie zu Sinti* und Roma* in der bundesdeutschen Hochschullandschaft über den Kampf gegen Antiziganismus an Hochschulen und Universitätenund den Erfahrungen, die die Studierenden und er selbst machen mussten und müssen. Marcella Herzenberger, hatte ebenso auf die Verfolgung in Nachkriegsdeutschland von Sinti und Roma hingewiesen und die Errungenschaften der Bürgerrechtsarbeit unterstrichen.

Am Abschluss der Veranstaltung, gab es Zeit gemeinsam bei Getränken und Fingerfood mit den Besuchenden in den Austausch zu kommen. Sie berichteten von Unsicherheiten in der politischen Lage und dem Wunsch eines Miteinanders. 

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