
Am 26. März 2025 traf sich der Bundesvorstand des Zentralen Wohlfahrtsverbandes der Roma und Sinti in Deutschland (ZWRSD) mit der politischen Bundesgeschäftsführerin und vielfaltspolitischen Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, Frau Pegah Edalatian, um über die Aufgaben und Ziele des im Herbst 2024 gegründeten Wohlfahrtsverbandes zu sprechen.
Der ZWRSD bündelt als bundesweiter Dachverband die wohlfahrtspflegerischen Aufgaben Der Roma und Sinti in Deutschland und schließt damit eine wesentliche Aufgabe in der Verbändelandschaft. Er kooperiert mit den bestehenden Dachverbänden der Wohlfahrtspflege.
Die Soziale Arbeit und ihr verwandte Arbeitsbereiche sind tief in die Verfolgungsgeschichte gegen Sinti und Roma in Deutschland verstrickt und vielfach geht auch heute noch von Sozialer Arbeit Paternalismus und Diskriminierung aus, während ihre Träger Projekte „für“ Roma durchführen, die immer wieder Stereotype und Rassismus reproduzieren und Roma als nicht-integrationsfähig darstellen, statt ihre Herangehensweise und Haltung in Frage zu stellen.
Der Zentrale Wohlfahrtsverband schafft Angebote für Angehörige der Communities der Roma und Sinti durch communitybasierte Beratung in vielfältigen Bereichen – von Antidiskriminierung, über Migration und Bleiberecht bis hin zu Bildungsbegleitung.
Gleichzeitig vertritt der Verband gegenüber Politik und Verwaltung auf Bundes-, Landes und kommunaler Ebene die Interessen der Communities im Bereich der Wohlfahrtspflege und sensibilisiert sie für die Hintergründe, Anliegen und Bedarfe.
Um die Situation der Roma und Sinti in den Tätigkeitsbereichen des ZWRSD langfristig zu verbessern, muss der Verband auf strukturell sichere Füße gestellt werden. Hierfür ist insbesondere die Bundes-, aber auch die Landesebene gefragt. Der Strategischen EU-Rahmen zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma bis 2030 (EU-Roma-Strategie), der von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union umzusetzen ist, bietet hierfür den wesentlichen Hintergrund. Verbesserungen sind in den sektoralen Bereichen, Bildung, Wohnen, Arbeit und Gesundheit umzusetzen, während die Arbeit gegen Diskriminierung, die Reduzierung von Armut und die Partizipation der Community als horizontale Ziele, also quer durch alle Bereiche erreicht werden sollen.
Während die vier sektoralen Ziele durch die Arbeit des Verbandes und seiner Mitgliedsorganisationen angegangen werden können, sofern sie über die nötige Strukturförderung verfügen, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung mit den Selbstorganisationen, um die Querschnittsziele zu erreichen. Das Treffen mit Frau Edalatian war hierfür ein erster Schritt. Im Folgenden braucht es weitere starke Unterstützung durch die Politik, insbesondere auch der Regierung auf Bundesebene, um langfristig Diskriminierung abzubauen und die gleichberechtigte gesellschaftliche Partizipation von Roma und Sinti zu gewährleisten.