Am 21. Januar 2026 stellte Pro Sinti und Roma e.V. das neue Projekt „Gemeinsam stark! – Mobile Beratung in den Landkreisen Freiburg, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald“ einem breiten Publikum vor. Knapp 40 Teilnehmende aus den Communities, von Behörden, anderen Fachstellen, der Zivilgesellschaft und der Politik nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit zu Information, Austausch und Vernetzung.
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Natascha Hofmann, stellvertretende Vorsitzende von Pro Sinti und Roma e.V., die Anwesenden und gab einen Überblick über die Arbeit des Vereins. Anschließend stellten die Projektmitarbeitenden Samira Bazm Ara und Rebecca Spittel das neue Projekt, „Gemeinsam Stark!“, vor.
Ziel des Projekts „Gemeinsam Stark – Mobile Beratung“ ist es, die gleichberechtigte Teilhabe von Sinti*zze und Rom*nja zu stärken. Der Fokus des Projekts liegt dabei insbesondere auf Sinti*zze und Rom*nja mit Beeinträchtigungen oder chronischen Erkrankungen. Das Projekt bietet mobile, niedrigschwellige Unterstützungsangebote im Alltag und setzt sich strukturell dafür ein, Barrieren in Behörden, dem Gesundheitssystem und Gesellschaft abzubauen. Das von Aktion Mensch geförderte Projekt hat eine Projektlaufzeit von 3 Jahren.
Wie die Projektmitarbeitenden deutlich machten, schließt „Gemeinsam Stark“ an die bisherigen Erfahrungen von Pro Sinti und Roma e.V. an. So ist der Zugang zu essenziellen Dienstleistungen und gesellschaftlicher Teilhabe für viele Sinti*zze und Rom*nja nach wie vor erschwert. In der medizinischen Versorgung, der sozialen Sicherung oder sonstigen Unterstützungsangeboten begegnen Ratsuchenden oft Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus. Sinti*zze und Rom*nja mit einer Behinderung sind durch Ableismus – der Abwertung aufgrund einer Beeinträchtigung – doppelt von Diskriminierung betroffen. Im Rahmen des Projekts wird niedrigschwellige Beratung angeboten, bei Bedarf aber auch eine Begleitung zu wichtigen Terminen oder Ärzt*innen. Mit Workshops zu Empowerment und den eigenen Rechten im Gesundheitssystem sollen Ratsuchende gestärkt werden, während mit Sensibilisierungs- und Bildungsangebote Fachkräfte und Behörden adressiert werden. In diesem Zusammenhang hoben die Projektmitarbeitenden die Bedeutung von Vernetzung und regionalen Netzwerken hervor.
Anschließend an die Vorstellung der Mobilen Beratung informierte Natascha Hofmann über die weiteren Tätigkeitsfelder von Pro Sinti und Roma e.V. Sie verwies auf die soziale Beratung in anderen Teilen Baden-Württembergs sowie auf die landesweit arbeitende Community-basierte Beratung.
Im zweiten Teil der Veranstaltung gab es reichlich Raum für Fragen, Rückmeldungen und Austausch. Die Teilnehmenden nutzten diese Möglichkeit rege, um Anknüpfungspunkte für eine zukünftige Zusammenarbeit zu diskutieren. Dabei zeigte sich ein großes Interesse am Projekt sowie an den Perspektiven, die das mobile Beratungsangebot für die Region eröffnet.
Bei Getränken und Snacks klang die Veranstaltung in einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre aus. Viele Gespräche wurden informell fortgeführt, neue Kontakte geknüpft und bestehende Netzwerke vertieft. Die Veranstaltung bildete damit einen gelungenen Startpunkt für das Projekt und legte eine wichtige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit in der Region.
Pro Sinti und Roma e.V. bedankt sich bei allen Teilnahmenden für ihr Kommen, ihr Interesse und ihre Unterstützung und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.